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January
2026

Medizinische Trainingsgeräte ...

Raymond M. Guggenheim / Georges Benes

Vom Spital Zollikerberg (Zürich) wurden wir kürzlich angefragt, ob Lifeline die medizinischen Trainingsgeräte aus ihrer Therapieabteilung übernehmen würde. Das Spital erneuert derzeit ihre Infrastruktur – Geräte, die hier ersetzt werden, sind jedoch technisch einwandfrei und für therapeutische Zwecke weiterhin bestens geeignet.

Für uns ist eine solche Anfrage weit mehr als eine logistische Frage. Seit Beginndes Krieges erreichen uns immer wieder dringende Bitten aus der Ukraine – insbesondere von Kliniken und Rehabilitationszentren, die sich auf die Behandlung und Wiedereingliederung kriegsversehrter Menschen oder auch auf die Herstellung von Prothesen spezialisiert haben. Besonders betroffen sind jungeSoldaten, die mit schweren Verletzungen, Amputationen oder neurologischen Schäden aus dem Krieg zurückkehren.

Bereits in den vergangenen Jahren durfte Lifeline entsprechende Geräte liefern und beim Aufbau von Therapieräumen mithelfen. Diese Einrichtungen ermöglichen gezielte Muskelaufbau- und Koordinationstherapien, Mobilisation nach Operationen sowie die Wiedererlangung grundlegender Bewegungsabläufe. Hinter jedem einzelnen Gerät steht ein Mensch, der versucht, Schritt für Schritt in ein würdiges Lebenzurückzufinden.

Seit letztem Jahr entstehen in der Ukraine zudem neue Zentren für Veteranen. Dort treffen sich Soldaten, die aus dem aktiven Dienst entlassen wurden. Diese Orte sind nicht nur Treffpunkte – sie sind Räume für Gemeinschaft, Austausch und psychische Stabilisierung. Viele der Männer (und zunehmend auch Frauen) leiden an posttraumatischen Belastungsstörungen, an Depressionen oder an der schmerzhaften Erfahrung, nicht mehr in ihr früheres Leben zurückzufinden.

Sport- und Trainingsgeräte spielen auch hier eine wichtige Rolle. Körperliche Aktivität hilft nicht nur beim Muskelaufbau, sondern auch beim seelischen Gleichgewicht. Bewegung schafft Struktur, stärkt Selbstvertrauen und vermitteltein Gefühl von Selbstwirksamkeit – etwas, das im Krieg oft verloren geht.

Dass ein Schweizer Spital seine Geräte weitergibt, anstatt sie zu entsorgen, ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ein starkes Zeichen gelebter Solidarität. Was hier ersetzt wird, kann dort Hoffnung bedeuten.

Für Lifeline ist es eine grosse Verantwortung, solche Brücken zu bauen: zwischen modern ausgestatteten Schweizer Institutionen und vom Krieg gezeichneten Menschen. Jeder Transport, jede Palette, jedes einzelne Gerät steht letztlich im Dienst eines Menschen, der wieder aufstehen möchte – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.